14. Fachtagung: „Schutz kritischer Infrastrukturen vernetzt denken - Politik, Wirtschaft und Einsatzkräfte im Dialog“

Rückblick auf die 14. Fachtagung Infrastruktursicherheit am 8. September 2026

Angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen wird immer deutlicher, dass der Schutz kritischer Infrastrukturen in Deutschland nur durch das koordinierte Zusammenwirken von Einsatzkräften, Betreibern und Politik gewährleistet werden kann. Thema der 14. Fachtagung Infrastruktursicherheit des KKI e. V. war deshalb „Schutz kritischer Infrastrukturen vernetzt denken – Politik, Wirtschaft und Einsatzkräfte im Dialog“. Wie groß die Relevanz des Themas ist, zeigt sich auch daran, dass in der Turbinenhalle Moabit der Berliner Energie und Wärme (BEW) so viele Menschen wie noch nie an der Fachtagung teilnahmen. Gemeinsam mit politischen Entscheiderinnen und Entscheidern, Einsatzorganisationen, Verwaltung und Wirtschaft wurden operative Perspektiven und Finanzierungsfragen im KRITIS-Kontext beleuchtet. 

Wie wichtig es ist, gemeinsam zu erarbeiten, wie kritische Infrastruktur geschützt werden kann, machte Martin Debusmann als 1. Vorsitzender des KKI e. V. schon in seiner Begrüßung deutlich. Die Sicherheit der Infrastruktur gerate zunehmend durch unterschiedliche Akteure in Bedrängnis, so Debusmann. Er betonte, dass Infrastrukturbetreiber zwar bereits über Kompetenzen verfügen, um mit Ausfällen im Energie- und Kommunikationsnetz umzugehen, dass der verschärften Bedrohungslage jedoch nur gemeinsam begegnet werden könne.

Auch Christian Hochgrebe, Staatssekretär für Inneres und Sport des Landes Berlin, betonte in seiner Keynote, dass Resilienz nicht durch einzelne Behörden oder Betreiber entstehe, sondern durch verlässliche Partnerschaften. Gleichzeitig umfasse der Schutz von Infrastruktur technische, organisatorische und physische Aspekte gleichermaßen. 

Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr und Beirat beim KKI e. V., machte in seiner Rede klar, dass die Gefahren für kritische Infrastruktur regelmäßig aufgrund ihrer Dynamik neu bewertet werden sollten. Unabdinglich sei laut Homrighausen aber auch, dass die Bevölkerung für Krisensituationen sensibilisiert wird und fähig zu Selbsthilfe ist.  

Dass es in Sachen Bedrohungslage kein weiteres Erkenntnisproblem gebe, machte Armin Schaus, Oberst i.G., deutlich. Nun müssten die vorhandenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen überführt werden, so Schaus. Er sensibilisierte aber auch dafür, dass hybride Bedrohungen der Infrastruktur zunehmen würden, sollte Deutschland im Rahmen von Truppenaufstockungen an der östlichen Grenze der NATO zum Transitland für Militärtransporte werden. Hier müssten zivile Kräfte ebenfalls eine Rolle beim Schutz der Infrastruktur spielen. 

Dr. Severin Fischer, Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe, räumte in Sachen Finanzierung des Infrastrukturschutzes ein, dass der Schutz kritischer Infrastruktur nicht allein aus den Unternehmen finanziert werden könnte. 

Dr. Tanja Utescher-Dabitz, Leiterin der Abteilung Betriebswirtschaft, Sicherheit und Digitalisierung beim BDEW, wies darauf hin, dass aus Unternehmenssicht vor der Umsetzung von etwaigen Schutzmaßnahmen klar sein muss, was durch Netzentgelte finanziert wird und welche Investitionen Unternehmen selbst abdecken müssen. 

Auch Sylvia Borcherding, Geschäftsführerin (CCO) der 50Hertz Transmission GmbH, sprach sich auf dem Podium dafür aus, dass klare und einheitliche Regelungen für Zuständigkeiten und Finanzierung geschaffen werden müssten. 

Der KKI e. V. ist 2010 gegründet worden, um Infrastrukturbetreiber, Politik und Wissenschaft für die Themen Krisenprävention und Krisenmanagement im Bereich Kritischer Infrastrukturen zu sensibilisieren. Mit der Fachtagungsreihe will der Verein zu wechselnden Schwerpunkten die Infrastruktursicherheit in Berlin und Brandenburg thematisieren.

Impressionen der 14. Fachtagung

© KKI e. V. / Thomas Ecke, 2026, 14. Fachtagung